Moderation Workshop

Fishbowl – „Goldfisch-Glas“ an ungewöhnlichen Orten

Präsenzveranstaltungen waren in den letzten Monaten eher rar und mittlerweile hat sich vieles in die digitale Welt verlagert.

Mittlerweile bin ich selbst erstaunt, wie viele Methoden auch in der virtuellen Welt funktionieren. Ein bisschen Kreativität und Mut ist dafür gefragt.

Ein Beispiel dazu ist die bekannte Fishbowl („Goldfisch-Glas“). Es ist eine Diskussionsmethode für Großgruppen, aber auch schon mit einer Teilnehmendengröße ab zwölf Personen durchführbar.

Mit der Methode können Wortmeldungen reduziert, konzentriert und besser strukturiert werden. Sie fördert das gegenseitige Zuhören, die Herausstellung verschiedener Argumente und das Verständnis füreinander.

Im realen Raum bilden die diskutierenden Teilnehmenden einen Innenkreis (das Goldfischglas) mit ca. fünf bis sechs Leuten ab einer Gruppengröße von 20 Teilnehmenden. Bei weniger Teilnehmenden entsprechend weniger Leute für den Innenkreis nehmen. Alle anderen verfolgen die Diskussion im Außenkreis.
Allerdings gibt es im Innenkreis einen leeren Stuhl, den jederzeit ein Teilnehmender aus dem Außenkreis besetzen und damit mitdiskutieren darf.
Selbstverständlich darf zu jedem Zeitpunkt der Innenkreis verlassen und wieder die beobachtende Position im Außenkreis eingenommen werden. Die so entstehenden leeren Plätze im Innenkreis können, müssen aber nicht, besetzt werden.

Manchmal geht der Fishbowl auch eine Kleingruppenarbeit voraus, in der Themen vorbesprochen werden. Die Ergebnisse oder die Sichtweisen der Kleingruppe werden anschließend durch eine/n Vertreter*in der Kleingruppe im Innenkreis eingebracht.

Prinzipiell wird die Methode mit Hilfe einer Moderation durchgeführt, damit die Regeln eingehalten werden, der Prozess am Laufen gehalten wird und alle Teilnehmenden, vor allem diejenigen im Innenkreis, Beachtung finden.

Online sollte die Methode auf jeden Fall mit der Unterstützung einer Moderation durchgeführt werden. Dieser sollte Host oder Co-Host sein. Im besten Falle stehen mindestens zwei Personen zur Moderation zur Verfügung.

Ich habe in den letzten Monaten hauptsächlich mit Zoom gearbeitet.
Kleingruppenarbeit kann mit diesem Tool in sogenannten Breakout-Sessions erfolgen, die vom Host eingerichtet werden.

Die eigentliche Fishbowl erfolgt durch die Zuordnung von Stummschaltung oder nicht, das bedeutet, dass alle, die im Innenkreis zum Diskutieren sind zum Sprechen freigeschaltet werden, alle im virtuellen Außenkreis werden stumm geschaltet.
Weiterhin wird die Fishbowl durch das Ein- bzw. Ausschalten der Videos als Methode erkennbar. Also die diskutierenden Teilnehmenden im Innenkreis bleiben mit dem Video sichtbar, während alle anderen ihre Videos ausschalten.

Will jemand vom Außenkreis in den Innenkreis oder umgekehrt, kann dies über ein Handzeichen erfolgen oder eine Nachricht im Chat oder indem der Teilnehmende sein Video an- bzw. ausschaltet.

Damit kein Chaos ausbricht, empfehle ich, dass die Stummschaltung oder Tonfreischaltung ausschließlich über die Moderation erfolgt.

Zusätzlich kann das Whiteboard auch zur Visualisierung genutzt werden, indem dort aufgeschrieben oder aufgemalt wird, wer aktuell im Innenkreis agiert. Dafür sollte die Moderation jemanden unterstützend zur Hand haben, sonst könnte es passieren, dass die Moderation im Goldfischglas bzw. im „Meer“ der Zeichen und Symbole untergeht.

 

 

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